Unser komplettes Programm für Dillenburg
Für alle, die online lesen oder sich vorlesen lassen wollen
Liebe Dillenburgerinnnen und Dillenburger,
unsere Stadt steht vor großen Herausforderungen – und vor ebenso großen Chancen. Der Klima- sowie Umwelt- und Naturschutz, die Herausforderungen des demografischen Wandels und die digitale Transformation verändern unsere Stadt in rasantem Tempo. Wir Grüne wollen diese Entwicklungen aktiv gestalten – sozial gerecht, ökologisch verantwortungsvoll und zukunftsorientiert.
Unser Ziel ist ein Dillenburg, das lebenswerter, gerechter und nachhaltiger wird – für alle Generationen. Eine Stadt, die ihren Wohlstand nicht zulasten anderer oder der Umwelt aufbaut, sondern auf Solidarität, Vielfalt und Innovation. Eine Stadt, in der Wirtschaft, Wohnen, Bildung, Mobilität, Ökologie und Kultur nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sich gegenseitig stärken.
Wir wollen Dillenburg zu einem Ort machen, an dem Kinder und Jugendliche echte Perspektiven finden, Familien entlastet werden, ältere Menschen selbstbestimmt leben können und Engagement für die Gemeinschaft Anerkennung erfährt. Demokratie lebt davon, dass Menschen mitgestalten können – deshalb setzen wir auf Transparenz, Beteiligung und offene Kommunikation.
Unser Wahlprogramm zeigt, wie wir uns die Zukunft unserer Stadt vorstellen: von einer nachhaltigen Wirtschaft über bezahlbares Wohnen, moderne Bildung und digitale Verwaltung bis hin zu einer lebendigen Kultur und einem starken gesellschaftlichen Miteinander. Es ist eine Einladung an alle Dillenburgerinnen und Dillenburger, diese Zukunft gemeinsam mit uns zu gestalten.
Deswegen bitten wir Sie am 15. März 2026 um Ihre Stimme bei der Kommunalwahl. Für ein Dillenburg, das vorausschaut. Für eine Stadt, die zusammenhält. Für ein gutes Leben – heute und morgen.
Der Stadtverband Bündnis 90/Die Grünen Dillenburg
Klima- und Umweltschutz ernst nehmen
Der Klimawandel schreitet weiter voran, das 1,5 Grad Ziel wurde bereits überschritten. Wenn sich die weltweite Politik nicht dreht, setzt sich diese Entwicklung fort. Das werden wir in Dillenburg nicht maßgeblich verändern, doch wir können als Bestandteil einer der reichsten und klimaschädlichsten Industrienationen der Welt mit gutem Beispiel vorangehen. Die Energiewende, der Ausbau des ÖPNV und der Ausbau von Radwegen dienen jedoch nicht nur dem Klimaschutz, sondern verbessern auch die Lebensqualität unserer Region. Damit einher geht weniger Lärmbelastung, frischere Luft, entspanntere Fortbewegung, ein schöneres Stadtbild und nicht zuletzt auch langfristig finanzielle Einsparungen.
Wir sehen Klima- und Artenschutz als vorrangige kommunale Aufgabe. Um das umzusetzen, halten wir es für wichtig, weiter zu denken und Entscheidungen auch jenseits ausschließlich wirtschaftlicher Betrachtungen zu treffen. Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung müssen wir nutzen, um im gesamten Dillenburger Stadtgebiet CO2-basierte Heizungssysteme schneller überflüssig zu machen. Hierbei sollen die Bürgerinnen und Bürger durch die Stadt beraten und unterstützt werden.
Klimaschutz ins Blickfeld nehmen:
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Alle städtischen Entscheidungen auf ihre Klimafolgen hin prüfen und diese ernsthaft in die politische Diskussion einbeziehen.
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Wo möglich auf allen städtischen Gebäuden Photovoltaik und Solarthermie installieren sowie städtische Parkplätze mit Photovoltaik überdachen.
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Den Klimaschutzmanager bei diesen Maßnahmen stärker einbinden und die Beratungsstellen der Stadt ausbauen sowie bekannter machen.
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Windkraftanlagen weiter ausbauen und Investoren beim Ausbau unterstützen.
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Die Installation von PV-Freiflächen durch Ausweisung von Vorranggebieten unterstützen.
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Das Förderprogramm für PV-Anlagen (Balkonanlagen) verlängern.
Ebenfalls wichtig bei der Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen ist es, so viele grüne 'Freiräume' und Freiflächen wie möglich in der Stadt zu schaffen – und bestehende zu erhalten. Auch beim 'städtischen' Grün muss ein Umdenken stattfinden. Wir müssen wegkommen von rein 'optischen' Bepflanzungen und statt dessen Verbesserungen des Micro-Klimas in den Blick nehmen. Bereits bestehende Instrumente zur Verbesserung des Klimas müssen besser kommuniziert und deren Einhaltung überwacht werden.
Dillenburg grün gestalten:
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Eine Baumschutzsatzung zur Sicherung und Erhaltung von Bäumen erstellen.
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Dächer und Fassaden städtischer Gebäude nach Möglichkeit begrünen.
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Keine weiteren Flächen versiegeln - und bestehende, nicht mehr benötigte entsiegeln
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Bei städtischen Blumenpflanzungen bienenfreundliche Blumen bevorzugen und weitere Wildblumenwiesen anlegen.
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Blühstreifen am Rand von städtischen Feldwegen erhalten und fördern.
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Auf Einhaltung der Hessischen Bauordnung bezüglich der Begrünung von Freiflächen bestehen - das beinhaltet auch ein Verbot von Schottergärten und großflächiger Pflasterung.
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Frischluftschneisen mit einer Satzung schützen.
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Ausweisung von weiteren Kernflächen im Stadtwald.
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Anleinpflicht für Hunde während der Brut- und Setzzeit.
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Ökologische Aspekte bei der Aufstellung von Bebauungsplänen einbeziehen.
Wohnen, Wirtschaft und Arbeiten – sozial und nachhaltig gestalten
Eine funktionierende und nachhaltige Wirtschaft ist die Grundlage unserer Kommune und verändert sich momentan strukturell. Egal ob Handelsstreit, demografischer Wandel oder Künstliche Intelligenz (KI), auch in Dillenburg ist man von diesen Entwicklungen betroffen und benötigt innovative Lösungen. Dabei dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, unsere Wirtschaft gerechter zu gestalten, indem wir ihre Erträge nicht wenigen, sondern allen zukommen lassen.
Wohnen ist ein Grundrecht und die Basis für ein gutes Leben in unserer Stadt. Wir wollen in Dillenburg bezahlbaren und ökologischen Wohnraum schaffen, der den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird. Dabei dürfen sozial benachteiligte Menschen nicht an den Rand gedrängt werden. Wir möchten auch in der Mitte unserer Stadt soziale Wohnungen schaffen.
Wohnen sozial gestalten:
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Sozialen Wohnungsbau aktiv fördern – durch städtische Zuschüsse und klare Quoten bei Neubauten.
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Nachhaltige Wohnentwicklung voranbringen – durch Bürgerbeteiligung, ökologische Standards, Nachverdichtung und soziale Durchmischung.
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Gründung von Wohnprojekten und Genossenschaften unterstützen – insbesondere für altengerechtes und generationenübergreifendes Wohnen.
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Möglichkeiten innerörtlicher Nachverdichtung sowie Nutzung leerstehender Gebäude priorisieren und vor Ausweisung neuer Wohngebiete prüfen.
Wir wollen nachhaltiges Wirtschaften fördern, das ökologische Verantwortung mit Innovationskraft verbindet und allen Menschen gute Arbeit ermöglicht. Unser Ziel ist eine starke lokale Wirtschaft, die regionale Kreisläufe stärkt und Zukunftschancen für kommende Generationen schafft.
Arbeiten und Wirtschaften anders denken:
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Digitale Arbeit fördern – etwa durch Stipendienprogramme mit Mietkostenerstattung.
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Strukturwandel begleiten – durch gezielte städtische Impulse an die IHK und regionale Wirtschaftsakteure.
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Existenzgründungen ermöglichen – durch Bürgschaften, Beratung und gezielte Förderung (z. B. für soziale, nachhaltige und innovative Unternehmen).
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Regionale Wertschöpfung stärken – mit Labels für regionale Produkte und Unterstützung lokaler Märkte.
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Faire Arbeit sichern – durch Tariftreue und soziale Standards bei allen städtischen Aufträgen.
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Die Ansiedlung von Gesundheitsberufen und Dienstleistungsgewerbe unterstützen – über Förderprogramme für Hebammen, Physiotherapeuten, Ärzte, Tischler und andere.
Stadtentwicklung
Jeder Dillenburger und jede Dillenburgerin kennt es: es wird eine gähnende Leere in der Innenstadt beklagt. Das liegt teilweise an gesellschaftlichen Umständen und Standortbedingungen, die sich nicht aus Dillenburg heraus verändern lassen, doch auch daran, dass in den letzten Jahren keine innovativen Lösungen gefunden wurden.
Eine gute Innenstadt besitzt Aufenthaltsqualität, die über Restaurants und Cafés hinausgeht, und bringt unterschiedliche Menschen an einem Ort zusammen.
Stadtentwicklung mit Verantwortung:
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Repair-Cafés und Werkzeugverleih einrichten – als Orte des Teilens, der Nachhaltigkeit und der Begegnung.
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Beteiligung auf Augenhöhe – Bürger*innen sollen die Stadtentwicklung aktiv mitgestalten.
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Hofläden und Dorfläden stärken – als soziale Treffpunkte und Nahversorger.
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Ungebundene Aufenthaltsorte abseits von Restaurants und Cafés schaffen – damit die Innenstadt für alle attraktiv wird.
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Co-Working-Spaces einrichten – durch städtisch geförderte Nutzung leerstehender Gebäude (gerade in der Innenstadt).
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Zusätzliches städtisches Förderprogramm für Gründer*innen in der Innenstadt.
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Möglichkeiten städtischer Anmietung von Geschäftsräumen (mit anschließender Untervermietung) prüfen.
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Professionelle Beratung und Expertise für die Innenstadt in Anspruch nehmen - denn zur Innenstadtbelebung benötigt es mehr, als sich immer wieder darüber zu beklagen.
Bildung, Familie und Teilhabe – von Anfang an gerecht
Unsere Innenstadt kann noch so attraktiv sein: um gerade junge Menschen für Dillenburg zu gewinnen, ist eine gute Versorgung mit Kitas und Schulen entscheidend. Dillenburg ist traditionell ein Schul- und Bildungsstandort. Neben den allgemeinbildenden Schulen gibt es gleich zwei berufliche Schulen, die Volkshochschule und dreizehn Kindertageseinrichtungen. Damit existiert eine gute Infrastruktur. Doch wir dürfen die Herausforderungen des Bildungssystems – wachsende soziale Ungleichheit, Migration und sinkende Leistungen - nicht verklären. Wir haben an dieser Stelle inhaltlich wenig Gestaltungsspielraum, können aber aus der Stadt heraus klare Impulse setzen.
Wir profitieren alle davon, wenn diejenigen entlastet werden, die gerne arbeiten möchten, es aber aufgrund einer schwierigen Kinderbetreuungssituation nicht können. Das ist nur einer der Vorteile von hochwertigen und ausreichenden Kitaplätzen, die sozial gerecht finanziert werden.
Frühkindliche Bildung und Betreuung:
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Zusammenarbeit von Kitas und Schulen stärken – z. B. durch städtische Koordination und Projekte.
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Stadtelternbeirat gründen – für mehr Mitsprache der Familien.
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Frühkindliche Sprachförderung stärken.
Kinder und Jugendliche sollten die besten Voraussetzungen erhalten, um ihre Talente zu entfalten – unabhängig von Herkunft, finanziellen Möglichkeiten oder Unterstützungsbedarf. Schulen sind dabei nicht nur Orte des Lernens, sondern auch Lebensräume, in denen Werte wie Demokratie, Nachhaltigkeit und gegenseitiger Respekt erfahrbar werden. Ebenso wichtig sind außerschulische Angebote, die Kreativität, soziales Miteinander, Bewegung und kulturelle Bildung fördern. Gemeinsam mit Eltern, Vereinen und Institutionen wollen wir eine vielfältige Bildungslandschaft stärken, die allen jungen Menschen Chancen eröffnet und sie auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet.
Schule und außerschulisches Lernen:
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Schulen zu modernen Lernräumen machen – in Zusammenarbeit mit dem Kreis dafür sorgen, dass unsere Schulen digital ausgestattet sind und lebendige Lernräume darstellen.
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ÖPNV und Fahrradverkehr stärken statt mehrstöckige Parkhäuser bauen – der Weg zur Schule sollte günstig sowie nachhaltig möglich sein.
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Regelmäßige Gespräche der Stadtverwaltung mit den Schulleitungen – für bessere Abstimmung und Entwicklung.
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Mehr Bildungsräume schaffen – z. B. durch außerschulische Lernorte wie den Wildpark Donsbach, Bauernhöfe oder Museen.
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Inklusion fördern – z.B. durch barrierefreien Ausbau von außerschulischen Lernorten.
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Kooperation von Schulen und Vereinen fördern – z. B. durch ein Online-Register für alle Angebote von Vereinen oder ihre Vorstellung in den Schulen.
Gemeinsam mit Eltern, Vereinen und Institutionen wollen wir eine vielfältige Bildungslandschaft stärken, die allen jungen Menschen Chancen eröffnet und sie auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Dafür müssen die unterschiedlichen Akteure aber gezielter zusammenarbeiten, anstatt sich als gegenseitige Konkurrenz zu begreifen.
Bildungsforum Dillenburg:
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Nach dem Vorbild Mengerskirchen wollen wir ein kommunales Netzwerk aus Stadt, Schulen, Kitas, Stiftungen und Vereinen etablieren, um Bildung gezielt zu koordinieren.
Digitalisierung und Bürokratieabbau – transparent und effizient
Eine moderne, bürgernahe Verwaltung muss die Chancen der Digitalisierung aktiv nutzen. Unser Ziel ist es, Dillenburg fit für die Zukunft zu machen und die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger durch digitale Angebote zu verbessern. Verwaltung soll effizienter, transparenter und nutzerfreundlicher werden. Dabei wollen wir von erfolgreichen Beispielen anderer Kommunen lernen und eigene innovative Lösungen entwickeln. Mit einer weitergedachten Dillenburg-App, transparent zugänglichen Informationen und praxisnahen Unterstützungsangeboten für Vereine schaffen wir einen echten Mehrwert.
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KI und Digitalisierung als Chance begreifen – Verwaltung innovativ umgestalten und sich dabei an best-practice Beispielen von anderen Kommunen orientieren.
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Dillenburg-App weiterentwickeln – anstatt Links zu entsprechenden Websiten zu hinterlegen, echte App Lösungen entwickeln und mehr Dienste anbieten.
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Protokolle der städtischen Gremien präsent auf der Website der Stadt veröffentlichen – Entscheidungsprozesse der Stadt transparenter gestalten.
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Vereine unterstützen – bei Verwaltungsaufgaben durch digitale Lösungen und Hilfsangebote.
Kultur, Kooperation und Tourismus – gemeinsam für ein lebendiges Dillenburg
Dillenburg hat viel zu bieten – historisch, kulturell und landschaftlich. Doch um das volle Potenzial unserer Stadt auszuschöpfen, braucht es frische Ideen, digitale Strategien und ein nachhaltiges Stadtmarketing. Wir wollen Dillenburg als lebendigen, offenen und attraktiven Ort für Gäste sowie Einheimische gleichermaßen weiterentwickeln. Dazu gehören innovative Angebote für Besucherinnen und Besucher, eine bessere Sichtbarkeit unserer kulturellen Schätze und eine stärkere Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen. Kultur und Tourismus sollen erlebbar, gerecht und zukunftsgerichtet gestaltet werden – für ein Dillenburg, das verbindet.
Tourismus und Kultur neu denken:
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Stadtmarketing digital stärken und einheitlich gestalten – durch innovative Ideen, wie einem Wettbewerb über den besten Reiseblogbeitrag über Dillenburg, und eine stärkere Konzentration von Social Media.
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Wander- und Radwege besser ausweisen – damit sich Touristen und Touristinnen gut orientieren können.
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Neue Tourismustafeln und ein Modell des Wilhelmsturms – im Hofgarten und am Bahnhof, um das Ankommen in Dillenburg bereits zum Erlebnis zu machen.
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Pädagogische Konzepte von Museen durch die Zusammenarbeit mit Schulen stärken.
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Archivmaterialien der unterschiedlichen Heimatvereine digitalisieren und allen Dillenburgern und Dillenburgerinnen zur Verfügung stellen – für Geschichte, Identität und Forschung.
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Nachhaltigen Wegweiser entwickeln – für ein ökologisches Erkunden Dillenburgs.
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Besondere ÖPNV-Angebote zu städtischen Veranstaltungen ausbauen.
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City-Bons bewerben – etwa als Belohnung bei Schulprojekten.
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Vielfältige, kleinere Veranstaltungsideen fördern.
Eine lebendige Erinnerungskultur ist unerlässlich für eine demokratische und offene Gesellschaft. Wir setzen uns dafür ein, die nationalsozialistische Vergangenheit sowie die wirtschaftliche Entwicklung Dillenburgs sichtbarer zu machen. Geschichte darf nicht vergessen, sondern muss verstanden und vermittelt werden – besonders vor Ort.
Kulturelle Erinnerung fördern:
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Info-Tafeln zur NS- und Wirtschaftsgeschichte in Dillenburg und den Ortsteilen errichten.
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Aktive Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit im Dillgebiet in den Schulen anregen.
Gute Zusammenarbeit endet nicht an Stadtgrenzen. Wir wollen touristische und kulturelle Angebote gemeinsam mit unseren Nachbarkommunen denken und umsetzen – effizienter, vielfältiger und attraktiver. Auch bei öffentlichen Einrichtungen wie dem Bäderbetrieb setzen wir auf regionale Lösungen, um Ressourcen zu bündeln, Kosten zu senken und den Nutzen für alle zu erhöhen.
Regionale Kooperationen ausbauen:
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Tourismus- und Kulturangebote gemeinsam planen – mit Nachbarkommunen.
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Bäderbetrieb regional denken – für bessere Auslastung und niedrigere Kosten.
Unsere Zukunft: Kinder und Jugendliche
Jugendliche unter 18 Jahren haben keine direkte Stimme in den städtischen Gremien. Das hat in den letzten Jahren leider dazu geführt, dass Investitionen, Verkehrsplanungen und Veranstaltungen hauptsächlich auf die erwachsenen Bewohnerinnen und Bewohner Dillenburgs ausgerichtet sind. Es ist Zeit, dass sich das ändert.
Die Pandemie hat deutlich gezeigt, welchen Stellenwert Räume für Kinder und Jugendliche haben. Wenn manche Dillenburger erzählen, wie sie früher als Jugendliche „die Dörfer unsicher gemacht“ haben, dann scheint sich die Welt verändert zu haben. Kinder und Jugendliche verbringen heute immer mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Wir möchten das ändern - nicht durch Versuche, die technischen Entwicklungen der letzten Jahre zurückzudrehen, sondern indem wir Orte und Angebote schaffen, die echte Anreize sind, hinauszugehen.
Orte und Angebote für Kinder und Jugendliche:
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Spielplätze ausbauen – neue Anlagen insbesondere in der Kernstadt schaffen, kleinere Spielgeräte im Stadtbild verteilen und bestehende Spielplätze bei Bedarf sanieren.
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Jugendhaus stärken – mit barrierefreiem Ausbau und stärkerer finanzieller Förderung.
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Jugendarbeit in den Stadtteilen unterstützen – weitere städtische Jugendräume in den Stadtteilen errichten.
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Jugendpark als Vorbild nehmen – mehr attraktive Aufenthaltsorte für Jugendliche etablieren.
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Mehr Leseplätze in der Stadtbibliothek errichten – um Jugendliche dort zum Verweilen einzuladen.
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Kurzgeschichten- und/oder Lyrikpreis sowie Poetry Slam für Jugendliche – in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek - ins Leben rufen.
Oft scheitert die Nutzung von bereits vorhandenen Angeboten daran, dass man sie nicht kennt, die Anmeldung kompliziert ist oder schlicht und einfach das Geld fehlt. Doch kulturelle Teilhabe ist gerade für Kinder und Jugendliche enorm wichtig.
Zugang und Bekanntheit von Angeboten für Kinder und Jugendliche fördern:
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Hürden der Nutzung der Stadtjugendpflege abbauen – indem das Werbebudget erhöht und die Kooperation mit den Schulen gestärkt wird.
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Ferienpassanmeldung vereinfachen – die Anmeldung für solche Angebote muss einfacher und digitaler werden, z.B. durch die Einbindung in die Dillenburg-App.
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Kostenfreie Kulturpässe für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien fördern – damit jeder unsere Museen bestaunen oder ins Kino gehen kann.
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Ermäßigte Preise bei städtischen Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende sowie Studierende einführen.
Gemeinschaft, Zusammenhalt und Engagement für jede und jeden
Dillenburg ist mehr als die Summe seiner Einzelpersonen. Vereine, Dorffeste, die Freiwillige Feuerwehr und das THW zeigen einen Zusammenhalt, den man in dieser Form in Großstädten kaum findet. Wir möchten diese Gemeinschaft stärken. Das bedeutet für uns aber auch: Wir lehnen Kirchturmdenken ab und es darf niemand ausgeschlossen werden – egal, woher er oder sie kommt oder wen er oder sie liebt.
Demokratie wird dort lebendig, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Ebenso ist es aber wichtig zu verstehen, dass die eigene Stimme einen wirklichen Unterschied machen kann und Politik nicht nur in Wiesbaden oder Berlin geschieht, sondern bei uns vor Ort. Voraussetzung dafür ist transparente Kommunikation und dass Ideen von Bürgerinnen und Bürgern Gehör finden.
Demokratieförderung und politische Bildung:
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Demokratiefördernde Projekte in Dillenburg ausweiten – z.B. die diesbezüglichen Angebote der Stadtjugendpflege.
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Regelmäßige Fragestunden in der Stadtverordnetenversammlung für die Kinder- und Jugendvertretung und einen jährlichen Bericht – statt lediglich der Einladung in die Gremien, eine direkte Bühne schaffen, um eventuelle Hürden der Auseinandersetzung abzubauen.
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Kinder- und Jugendvertretung mit eigenem Antragsrecht ausstatten – damit Mitbestimmung nicht nur vorgespielt wird.
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Kommunalpolitische Bildung in den Schulen aufbauen – es kann nicht sein, dass Jugendliche in Dillenburg die Schule absolvieren, ohne jemals städtische Politik z.B. durch einen Gremienbesuch oder eine Podiumsdiskussion hautnah erlebt zu haben.
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(Politische) Bildungsreisen organisieren – im Rahmen des Ferienpasses und darüber hinaus vermehrt Angebote für (politische) Bildung anbieten (z.B. Besuch im Landtag, Fahrt nach Berlin, Besuch von Erinnerungsorten).
Jede Dillenburgerin und jeder Dillenburger sollte sich in der Stadt einbringen können. Momentan werden die städtischen Gremien jedoch von älteren Männern dominiert. Wir möchten gerade für Frauen und junge Menschen die Möglichkeiten der Beteiligung erhöhen und Hürden abbauen.
Beteiligung für jeden möglich machen:
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Bürgerbeteiligung stärken – die Beteiligungsformate der Vergangenheit (wie dillenburgdirekt) dauerhaft einrichten, digitalisieren und den Zugang vereinfachen.
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Ausschussteilnahme per Videokonferenz testen – auch ohne langen Fahrtweg eine Stimme haben.
Sport und Vereine sind das Herz einer Kommune, in ihnen wird Gemeinschaft lebendig und geschieht Sozialisation. Auch in Dillenburg hat sich die Vereinslandschaft verändert und die Mitgliederzahlen sinken. Diese Entwicklung ist zu akzeptieren. Indem man mehr Formate schafft, die eher ungebundeneres Engagement ermöglichen, kann darauf reagiert werden.
Vereine, Sport und Gemeinschaft zukunftssicher machen:
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Angebot „Kochen für Familien im Frühwochenbett“ fördern – das Angebot der Stadtteile Eibach und Frohnhausen in Zusammenarbeit mit den derzeitigen Trägern ausweiten.
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Gutscheine für ehrenamtliches Engagement für städtische Kultur- und Sporteinrichtungen ausgeben.
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Beträge der Sport- und Kulturförderrichtlinien an die allgemeine Preisentwicklung koppeln und Jugendarbeit finanziell stärker belohnen.
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Pop-Up-Bibliotheken in Kindertagesstätten und Dorfgemeinschaftshäusern fördern – damit Lesen etwas für jeden wird.
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Schaffung einer kommunalen Galerie – entweder mit eigenem Gebäude oder als Teilfläche in öffentlichen Gebäuden.
Menschen, die entweder gezielt zu uns kommen oder vor Kriegen, Hungersnöten und politischer Verfolgung fliehen, sind für uns nicht in erster Linie ein Problem, das es zu bewältigen gibt, sondern eine Bereicherung für unsere Gemeinschaft. Gleichwohl sind wir uns bewusst, dass das Einleben in einer anderen Region mit einer anderen Sprache auch Eingewöhnungszeit braucht. Deswegen setzen wir uns für eine herzliche Aufnahme von Geflüchteten in Dillenburg ein und möchten besonders die Integration fördern. Außerdem kann es nicht sein, dass immer wieder über Geflüchtete in den städtischen Gremien gesprochen wird, aber kaum mit ihnen.
Eine offene Gemeinschaft schaffen:
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Fest der Kulturen ins Leben rufen – um die Vorteile kultureller Vielfalt deutlich zu machen.
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Dotierten Preis für Integration in Vereinen schaffen – damit neues Engagement angeregt und altes gewürdigt wird.
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Projekte in der Flüchtlingshilfe, wie den Kleidertreff, städtisch fördern.
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Integration über Arbeit aktiv angehen und mit lokalen Unternehmerinnen sowie Unternehmern und städtischen Einrichtungen kooperieren.
In Zeiten zunehmender klimabedingter Extremereignisse braucht es ein umfassendes Konzept, das den Schutz in Krisensituationen stärkt. Dafür benötigt es gut ausgestattete Feuerwehren und mehr Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements.
Katastrophenschutz stärken:
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Katastrophenschutz voranbringen – nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels werden Extremwetterereignisse immer häufiger, weswegen es starken Hochwasserschutz sowie starke Feuerwehren und Katastrophenhelferinnen und -helfer benötigt.
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Bevorzugte Berücksichtigung bei der Vergabe von städtischen Baugrundstücken von Ehrenamtlichen der Feuerwehr, des THW und Co.
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Verdopplung des Budgets für Führerscheinkurse von Ehrenamtlichen der Feuerwehr, des THW und Co.
Zukunftsfähiger Verkehr für alle
Nach jahrelangen Verzögerungen ist das Verkehrskonzept der Stadt Dillenburg fertig. Die erstellende Agentur hat den Verkehr vor Ort beobachtet und die Verkehrsführung analysiert. Sie schlägt verschiedene Maßnahmen vor, um Fußgänger und Radfahrer im Einklang mit dem Autoverkehr zu stärken. Zusätzlich hat der Lahn-Dill-Kreis ein Radverkehrskonzept aufgestellt, das auch Bereiche innerhalb Dillenburgs umfasst. Nach dem langen Warten setzen wir uns dafür ein, dass die Umsetzung schnell erfolgt, um den Verkehr in Dillenburg fit für die Zukunft zu machen.
Ohne Spritkosten, klimafreundlich und gesundheitsfördernd unterwegs zu sein hört sich wie ein Traum an, ist aber die Realität des Fahrrads. Dank E-Motor können die Dillenburger Hügel ganz entspannt erklommen werden. Es ist unser klares Ziel, einen größeren Anteil des Verkehrs vom Auto aufs Fahrrad zu verlagern. Das ist gut für die Umwelt, macht unsere Stadt leiser sowie ihre Bewohnerinnen und Bewohner fitter. Für die kurzen Strecken von den Stadtteilen in die Kernstadt verliert man dabei im Vergleich zum Auto auch kaum Zeit. Wenn der ÖPNV und die Bahn dann noch stärker ausgebaut sind, und man das Rad einfach und sicher am Bahnhof stehen lassen kann, gestaltet sich Verkehr durch das Fahrrad nicht langsamer, sondern wesentlich entspannter. Um das aber möglich zu machen, benötigt es eine gute Radinfrastruktur, die es auszubauen gilt. Der Nationale Fahrradverkehrsplan sieht eine Förderung des Radverkehrs von Bund, Land und Kommunen von 30 Euro je Einwohner/Einwohnerin und Jahr vor, das sind für die Dillenburger und Dillenburgerinnen etwa 700.000 Euro im Jahr – wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass dieser Betrag erreicht wird. Konkret werden für die Stadt Kosten von 8,8 Millionen Euro im Radverkehrskonzept vom Lahn-Dill-Kreis eingeplant, die wir dringend ausgeben sollten. Ein Vielfaches der Kosten kommt dabei übrigens wieder zurück in die Kassen (z.B. durch Effekte bei der Gesundheit).
Ein großer Teil der Dillenburgerinnen und Dillenburger lebt in unterschiedlichen Stadtteilen, weswegen der Radverkehr nur gefördert werden kann, wenn diese eine entsprechende Anbindung aufweisen. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreis hat hier oberste Priorität, da dort viele Zuständigkeiten bei außerstädtischen Straßen liegen.
Radfahren attraktiv machen:
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Einbahnstraßen als Zweirichtungsverkehr für Fahrräder gestalten – um mit dem Rad den direkteren Weg nehmen zu können.
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Verlegung des Hessischen Radweges R8 aus der Fußgängerzone in die Maibachstraße – damit Radfahrende schneller sind und Fußgänger entspannter bummeln können.
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Rad-Service-Stationen im gesamten Stadtgebiet mit E-Bike-Ladestationen – um während des Einkaufens oder der Arbeit entspannt das Rad laden zu können.
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Netz aus Abstellmöglichkeiten (Anlehnbügel statt „Felgenkiller“) – damit das Rad sicher abgeschlossen werden kann.
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Konrad-Adenauer-Allee und Oranienstraße zurückbauen, um Platz für Radfahrer zu schaffen – hierfür stehen mehrere Optionen im Raum.
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Eigenes Radverkehrskonzept schaffen – damit ein klarer Fahrplan für den Dillenburger Radverkehr existiert, der auf die Stadt zugeschnitten ist.
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Radverkehr durch Schutzstreifen, Fahrradstraßen, Querungshilfen und mehr stärken.
Jeder in Dillenburg möchte, dass die Innenstadt wieder lebendiger wird. Dafür benötigt es vor allem eins: Fußgänger. Die sehen sich jedoch, als verletzlichste Gruppe der Verkehrsteilnehmenden, zu oft gefährlichen Hindernissen ausgesetzt. Während dort keine Absenkung des Bordsteins existiert, fehlt anderswo der Zebrastreifen. Wir benötigen jedoch mehr Elemente, die den Weg zu Fuß sicher machen.
Fußwege gefahrenfrei machen:
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Zebrastreifen und ander Überquerungsmöglichkeiten einrichten – etwa auf dem Parkplatz des Oraniencenters, in der Maibachstraße für die Schülerinnen und Schüler oder in der Siegener Straße.
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Illegales Gehwegparken stärker kontrollieren und durch Gehwegerhöhungen verhindern – damit der wenige Platz nicht noch kleiner wird.
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Fußwege barrierefrei ausbauen – etwa vom Übergang der Dillbrücke in die Uferstraße.
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Start der Kontrollen bezüglich des Rad-, Roller- und Autoverkehrs in der Fußgängerzone der Innenstadt.
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Markierungswegweiser am Boden – von den Parkplätzen in die Innenstadt und zum Schlossberg.
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Städtisch initiierter Begleitservice für Menschen, die sich auf dem nächtlichen Heimweg unwohl fühlen (z.B. von Frauen für Frauen).
Das Auto ist und bleibt das Verkehrmittel der Wahl in ländlichen Gebieten. So lange der ÖPNV nicht weiter ausgebaut ist, wird das auch so bleiben. Wir möchten den Verkehrsfluss verbessern, mehr Sicherheit im Straßenverkehr schaffen und die Belastungen des Autoverkehrs für Anwohner und Anwohnerinnen verringern.
Autoverkehr in die Zukunft führen:
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Flächendeckende Tempo-30-Zonen für alle Wohngebiete – für weniger Lärm und Unfälle.
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Nächtliche Tempo-30-Zonen für alle Ortsdurchfahrten – damit Anwohner und Anwohnerinnen in Ruhe schlafen können.
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Weitere Mitfahrbänke finanzieren und Online Portal für die Findung von Fahrgemeinschaften aufbauen – denn ein Auto hat mehr als einen Sitzplatz.
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Kurzzeit-Parkplätze für die Innenstadt – indem die bestehenden kostenpflichtigen Parkplätze für kurzzeitiges Parken kostenfrei gemacht werden.
Wir möchten den Takt des ÖPNV verstärken und ein besseres Taxi-Angebot schaffen.
ÖPNV und Taxen stärken:
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ÖPNV Verbindungen (besonders in die Stadtteile) verbessern und aufeinander abstimmen – indem man sich als Stadt dafür beim Kreis stark macht.
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Taxi Konzessionen daran knüpfen, auch in der Nacht zu fahren – um unsere Gastronomie zu stärken.
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Einrichtung eines Bürgerbusses prüfen – um selbst mehr ÖPNV anzubieten.
Eine nachhaltige und gerechte Mobilität beginnt schon auf dem Schulweg. Wir setzen uns für sichere, klimafreundliche und kostengünstige Wege zu den Dillenburger Schulen ein – zu Fuß, mit dem Rad oder im ÖPNV. Damit stärken wir nicht nur die Eigenständigkeit und Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Verkehrsentlastung vor Ort.
Mobilität für Schüler und Schülerinnen zukunftsfähig machen:
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Unfallgefahr vor Schulen verringern – indem im Dialog mit den Schulen während der Schulzeit Halten direkt vor den Schulen verboten sowie kontrolliert wird.
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In Zusammenarbeit mit den Schulen „Bike-Busse“ einrichten – Sammelzonen in den Stadtteilen einrichten, von denen dann unter Aufsicht mit dem Rad zu den Dillenburger Schulen gefahren wird.
Die verschiedenen Verkehrsarten dürfen dabei nicht getrennt, sondern sollten vielmehr zusammen gedacht werden. Mit dem Rad nach Dillenburg und dann mit einem Car-Sharing-Auto oder der Bahn weiter, so sollte Mobilität aussehen. Um Elektromobilität voranzubringen, benötigen wir zudem flächendeckende Lademöglichkeiten.
Verkehrsarten vernetzen:
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Mobilitätsstützpunkt am Bahnhof – mit sicheren Abstellmöglichkeiten und einer Reparaturstation für Fahrräder, Ladesäulen für E-Bikes und Autos, Car-/Bike-Sharing Standorten.
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Car- und Bike-Sharingsystem in Dillenburg etablieren – indem man die notwendigen Stellplätze dafür schafft.
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In der Dillenburg-App eine Plattform integrieren, auf der Fahrgemeinschaften verabredet werden können – weniger Emissionen, weniger Kosten.
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Ladesäulen für E-Autos einrichten, auch, wenn damit Kosten für die Stadt verbunden sind.